Ein Gesicht und eine Lebensgeschichte
    hinter der Berliner Erklärung- www.berlin-declaration.org:

    Eva Quistorp wuchs am Niederrhein auf in einem Pfarrhaus der bekennden Kirche ,nahe der holländischen Grenze,

    nach dem Abitur 1965 machte sie ein sozial-ökologisches Halbjahr und studierte dann an der FU in Berlin:
    Germanistik,Theologie,Politologie
    bei Prof Gollwitzer, Prof.Colpe,Prof. Lämmert,Prof. Bauer, Prof. Narr, Prof. Albrecht und Prof. Flechtheim, .Prof Brentano und Prof.Taubes.

    Von 1972-1980 war sie nach einer Studienreise nach Lateinamerika ,u.a. Chile, Lehrerin an Gymnasium und Gesamtschule und in der außerschulischen Bildungsarbeit
    von 1977 an wurde sie Mitinitiatorin eines regionalen und globalen Netzwerkes:women and ecolgoy und dann ab 1979/80 von Frauen für Frieden,Anstiftung der Frauen zum Frieden
    und veröffentliche Artikel in Courage,taz und in den europäsichen disarmament times.

    Im MÄrz 1979 wurde sie von Petra Kelly,die sie 1978 auf einer Antiatomkonferenz in Irland kennen gelernt hatte,mit der sie seitdem bis zu ihrem schrecklichen Tod durch Ermordung eng befreundet war, als Europaabgeordnete auf der Liste der Gruenen für die erste Direktwahl zum Europaparlament für den 3.Platz vorgeschlagen und erreichte mit der Liste,auf der u.a. auch Josef Beuys kandidierte 3% als Einstieg für die Gruenen europaweit auf der parlamentarischen Ebene.

    Gleichzeitig wurde Eva Quistorp in den Bundesvorstand der Bürgerinitiativen Umweltschutz(BBU) gewählt und als Sprecherin von Frauen für Frieden in die Geschäftsführung des Koordinierungsausschusses der bundesdeutschen Friedensbewegung und in das europäische liasonkomitee,das von 1980-bis 1984 die großen Demonstrationen und Aktionswochen gegen die Stationierung der Curise MIssiles und Pershing II in der Bundesrepublik und Westeuropa organisierte.

    Durch ihre Unterstützung für den Aufruf für ein atomwaffenfreies Europa und ihre Mitarbeit bei der Organisation der KOnferenz dafür im Mai 1983 mit György Konrad und Edward Thompson und der Bertrand Russel-foundation, ihre Mitarbeit bei dem Appell mit Peter Brandt für ein wiedervereinigtes Europa vom 18.MÄrz 1983, ihre Verbindung zu Frauen für Frieden wie Bärbel Bohley und Katja Havemann in der DDR ,zu Umweltgruppen und Menschenrechtsgruppen in Polen , der CSSR und MOskau hatte sie bis zum 3.12.89 Einreiseverbot in die DDR.

    1986-1988 war Eva Quistorp Mitglied des Bundesvorstandes der Grünen, wo sie diese Positionen aus der unabhängigen Friedens- Umwelt und Frauenbewegungen vertrat und zum Reformansatz in den Gruenen wesentlich beitrug und zu einem notwendigen rot-grünen Bündnis um den Atomausstieg zu erreichen u.a. in heftigen Konflikten mit dogmatischen Linken wie mit Opportunisten.

    Am 18.Juni 1989 wurde Eva Quistorp für die Grünen in das Europaparlament gewählt und arbeitete im Umwelt-und Verbraucherausschuss, im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wie im Ausschuss für Kultur,Medien,Jugend,Sport..
    in der Delegation mit der UDSSR,
    später in der ASEAN -delegation,
    in der Föderation der Grünen in den Programmdebatten für gemeinsame europäische Positionen und in der parteiübergreifenden AG Film und im Arbeitskreis Frieden und Abrüstung zusammen mit Alexander Langer im Verona Forum,um die Zivilgesellschaft in Sarajevo ,Zagreb und Belgrad zu unterstützen.

    Seit 1992 engagierte sie sich in der ersten Parlamentsinititaitve für einen internationalen Strafgerichtshof,
    in der Vorbereitungsgruppe für die UNO-Konferenz Umwelt und Entwicklung in Rio 1992,
    der UNO-Menschenrechtskonferenz in Wien 1993
    für die UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995

    Eva Quistorp verfaßte für den Umweltausschuss den Bericht zum Forschungsrahmenprogramm zur Bestrahlung von Lebensmitteln und initiierte den ersten Bericht zur Ökosteuer auf EU-Ebene.

    Sie schlug Krakau am 1.9.89 als Kulturhauptstadt Europas vor und erreichte in langen Verhandlungen mit BÜrgermeistern und der EU, dass Sarajevo 1993 wenigstens symbolisch und durch finanzielle HIlfe an Künstler im Exil und in der belagerten Stadt dazu wurde.

    Sie trat unter großen Risiken im Europaparlament und in Bündnis 90-die Grünen schon 1991/92 dafür ein,dass weitere Gewalteskalation und weitere Massaker und Stadt-und Kulturzerstörungen durch UNOsoldateneinsatz in Bosnien-Kroatien verhindert würden und Rugova im Kosovo entschiedenere Unterstützung erhält-
    ausgerechnet diese Position ,die sie mit Marek Edelmann und Dienstbier und Mazovieski ,Menschenrechtsgruppen in London und in den USA teilte,wurde von einigen einflussreichen MÄnnern zum Vorwand genommen,sie 1993 nicht auf einen sicheren Platz für das Europaparlament wieder aufzustellen,was von ihren KollegInnen nicht verstanden wurde. ...